{"id":1535,"date":"2020-10-21T18:50:24","date_gmt":"2020-10-21T16:50:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/?page_id=1535"},"modified":"2023-03-20T16:44:37","modified_gmt":"2023-03-20T15:44:37","slug":"x_monika_supe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/en\/x_monika_supe\/","title":{"rendered":"x_Monika_Sup\u00e9"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Seiten Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; background_color=&#8220;#000000&#8243; background_color_gradient_direction=&#8220;15deg&#8220; background_enable_image=&#8220;off&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.4.4&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.4&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; custom_margin=&#8220;2px||0px||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;||20px|||&#8220; inline_fonts=&#8220;Open Sans&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-large; font-family: 'Open Sans'; font-weight: normal; color: #ffffff;\">Interview mit Monika Sup\u00e9<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Teilnahme&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;||0px|||&#8220; custom_padding=&#8220;90px|0px|0px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;||3px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;||-2px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Thema des Wettbewerbs ist der menschliche K\u00f6rper. Ist der menschliche K\u00f6rper ein zentrales Thema Ihres Oeuvres, oder w\u00e4re das eigentlich eher der geometrische K\u00f6rper?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 16px;\">Mich interessieren so abstrakte Begriffe wie Raum und Zeit. Da wir Erkenntnisse zu beidem nur \u00fcber unsere Sinne, also \u00fcber unseren K\u00f6rper gewinnen k\u00f6nnen, r\u00fcckt f\u00fcr mich automatisch der menschliche K\u00f6rper in den Fokus. Raum erkennen und beschreiben wir nur \u00fcber seine Begrenzungen. Diese ergeben sich in unserer Umwelt \u00fcber nat\u00fcrliche Beschr\u00e4nkungen, wie den Boden und Erhebungen, aber auch durch K\u00f6rper jeglicher Art, wie Geb\u00e4ude und W\u00e4nde, aber auch durch den menschlichen K\u00f6rper.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 16px;\">Raum wird ganz unterschiedlich definiert, je nachdem welche Disziplin sich zu ihm \u00e4u\u00dfert, wie etwa die Mathematik, Physik, Psychologie, die Philosophie oder die Sozialwissenschaften. Deswegen ist Raum \u2013 und damit auch K\u00f6rper \u2013 f\u00fcr mich viel mehr, also eine Beschreibung geometrischer Ausdehnung. Und deswegen interessieren mich der menschliche K\u00f6rper ebenso wie der Raum, der zwischen K\u00f6rpern als Distanz entsteht, derzeit mehr als das rein Geometrische.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong style=\"font-size: 16px;\"><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong style=\"font-size: 16px;\">Ihre Arbeit EXUVIA 4 zeigt drei ineinander \u00fcbergehende K\u00f6rperfragmente und ist aus geh\u00e4keltem Draht hergestellt. Fasziniert Sie das Prinzip der Fortsetzung oder der Serie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oft fallen mir viele Aspekte zu einem Thema ein. Deshalb arbeite ich oft in Serien. Exuvia 4 ist eine von bislang 4 Arbeiten, in denen ich mich mit der Verwandlungsm\u00f6glichkeit innerhalb unserer Existenz besch\u00e4ftige. Exuvia ist die Bezeichnung f\u00fcr die abgestreifte Haut von H\u00e4utungstieren. Auch der Mensch h\u00e4utet sich, nur nicht so spektakul\u00e4r im Ganzen wie zum Beispiel eine Schlange.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Prinzip der Fortsetzung ist meiner Arbeitsweise immanent vor allem in Werkgruppen, in denen ich Draht verh\u00e4kle oder Maschenwerk zeichne. Nur durch die Aneinanderreihung kleinster immer gleicher Einzelschritte ergibt sich das Gesamte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wie kann man die Arbeit einordnen: als Skulptur, Plastik, Installation?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Alle drei Begriffe treffen es nur zum Teil. F\u00fcr mich passt der Ausdruck \u00bbPlastische Grafik\u00ab am besten, es handelt sich um eine installierte, r\u00e4umlich gewordene Zeichnung, die ohne Tr\u00e4germaterial, wie Papier, auskommt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Sektion1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.4&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_padding=&#8220;3px|0px|2px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_2,1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/monika-supe-exuvia-4_2015.jpg&#8220; title_text=&#8220;Exuvia 4 (2015)&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;2px||41px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ce1b18; font-size: small;\">Monika Sup\u00e9<br \/>EXUVIA 4 (2015)<br \/>Geh\u00e4kelter Draht, 260 x 95 x 95 cm<br \/> (c) Monika Sup\u00e9<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ce1b18; font-size: small;\">Das Werk gewann den ersten Preis des Kunstwettbewerbs der mSE Kunsthalle zum Thema DER MENSCHLICHE K\u00d6RPER\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ce1b18;\"><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Teilnahme&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;||0px|||&#8220; custom_padding=&#8220;3px|0px|0px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;||3px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;||-2px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Jede Ihrer Figuren und Ihrer Zeichnung hat einen sehr spezifischen Ausdruck, dennoch zeigen Sie meist (es gibt auch eine Portr\u00e4tserie) keine Individuen und sparen den Kopf aus. Ist das Allgemeine am Individuum f\u00fcr Sie k\u00fcnstlerisch besonders interessant? Oder l\u00e4sst sich das Individuelle besser indirekt thematisieren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 16px;\">Wenn wir jemanden ansehen, dann suchen wir bewusst das Gesicht, vor allem die Augen, auch wenn wir unseren Blick zudem \u00fcber den K\u00f6rper schweifen lassen. Das Gesicht steht eindeutig f\u00fcr eine bestimmte Person. Deshalb fehlen Kopf und Gesicht h\u00e4ufig in meinen Arbeiten, denn sie w\u00fcrden das Dargestellte eindeutig zuweisen. Ich m\u00f6chte, dass der Betrachter sich mit dem, was er sieht, in Bezug setzen kann, ohne abgelenkt zu werden durch eine Personalisierung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong style=\"font-size: 16px;\"><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong style=\"font-size: 16px;\">Tr\u00e4gt Ihr Werk \u2013 umgekehrt \u2013 autobiografische Z\u00fcge? Erz\u00e4hlt es Geschichten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Tr\u00e4gt nicht alles irgendwie autobiographische Z\u00fcge? Ich glaube, man \u00bberkennt\u00ab etwas im Gegen\u00fcber nur, wenn man es bereits kennt, sich also zu etwas in Bezug setzen kann. Dies gilt f\u00fcr den Macher, wie auch f\u00fcr den Betrachter.<br \/> Die Arbeit zeigt drei verbundene Fragmente von weiblichen K\u00f6rpern. Diese stehen f\u00fcr mich f\u00fcr famili\u00e4r verbundene Personen, die das Potential zur Weiterentwicklung haben, sofern sie es nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>In verschiedenen Epochen markiert der menschliche K\u00f6rper oft prominent das herrschende Selbstverst\u00e4ndnis des Menschen (etwa als Tempel des Heiligen Geistes, als mechanischer Apparat oder als best-angepasster Erbguttr\u00e4ger). Gibt es zeitgen\u00f6ssische K\u00f6rperbilder, die Sie (auch au\u00dferhalb des Oeuvres) besonders besch\u00e4ftigen? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mich interessiert die Haltung des 21. Jahrhunderts, den menschlichen K\u00f6rper formen, disziplinieren und das, was er bewerkstelligen kann, st\u00e4ndig erweitern zu k\u00f6nnen. So wird er Klischees angepasst, manchmal auch bis zur Unkenntlichkeit ver\u00e4ndert. Mit zeitbedingten nat\u00fcrlichen Ver\u00e4nderungen dagegen scheinen wir weniger gut klar zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Ihre Arbeiten scheinen f\u00fcr eine politische Deutung insbesondere f\u00fcr einen feministischen Blick auf den K\u00f6rper sehr fruchtbar zu sein. Besch\u00e4ftigen Sie sich mit diesen Theorien?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich bin oft \u00fcberrascht \u00fcber eine solche Deutung, diese ist mir selbst gar nicht so naheliegend. Allerdings finde ich das auch spannend und sehe das offen. Auch finde ich, dass Interpretationen \u00e4hnlich wie die Sch\u00f6nheit im Auge des Betrachters liegen. Deshalb interessieren mich Diskussionen, die sich aus Interpretationen ergeben, solange mir selbst keine bestimmte Haltung nachgesagt wird, die ich nicht habe.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Sektion1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.4&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_padding=&#8220;3px|0px|2px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;3_5,2_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Supe_Monika_existenz-4_2018.jpg&#8220; title_text=&#8220;Existenz 4 (2018)&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;2px||41px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ce1b18;\"><span style=\"font-size: small;\">Monika Sup\u00e9<\/span><br \/><span style=\"font-size: small;\">EXISTENZ 4 (2018)<\/span><br \/><span style=\"font-size: small;\">Bleistift auf Papier<\/span><br \/><span style=\"font-size: small;\">60 x 84 cm<\/span><br \/><span style=\"font-size: x-small;\">(c) Monika Sup\u00e9<\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Teilnahme&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;||0px|||&#8220; custom_padding=&#8220;3px|0px|0px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;||3px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;||-2px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Entwickeln Sie Ihre Werke aus der Wiederholung und Variation einer kleinen Einheit, beginnen Sie also mit einer ersten Masche und sehen ihnen bei der Entstehung zu, oder entwerfen Sie zuerst einen Plan der ganzen Skulptur? \u2013 Anders gefragt: Wie sehr ver\u00e4ndern sich die Werke im Entstehungsprozess? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich denke, da bin ich ganz Architekt. Die Idee, das Konzept ist vorher da. Allerdings gibt es keinen Bauplan, dieser besteht lediglich im Kopf. Nachdem der Draht nicht aufgetrennt werden kann, muss jede Masche sitzen. Das Objekt kann sich w\u00e4hrend des Entstehens nicht oder nur unwesentlich ver\u00e4ndern. Es w\u00e4chst also einem Strumpf \u00e4hnlich Reihe um Reihe von der Zehe immer weiter, das Wachsen kann nur \u00fcber Zu- und Abnehmen von Maschen gesteuert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wiederholung und Variation k\u00f6nnte man als Grundprinzipien der Entwicklung des Lebens auf der Erde verstehen. Ist eine solche Assoziation f\u00fcr Ihre Werke bedeutend?\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Unbedingt. So wie Zellen zu einem gro\u00dfen Ganzen werden, werden es hier die einzelnen Maschen. Besonders interessiert mich die Ablesbarkeit des Schaffensprozesses. Er ist eindeutig linear, mit den Augen kann der Betrachter diesen Prozess Reihe um Reihe ablesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So erscheint uns auch unser Leben: es generiert sich linear bis zu unserem Ende. Dies thematisiere ich auch in Zeichnungen, die ebenfalls Maschenstrukturen zeigen. Sie geh\u00f6ren deshalb zur Serie mit dem Titel: \u00bbist Zeit linear?\u00ab. Diese Frage bezieht sich auf Erkenntnisse der Physik, die das Ph\u00e4nomen Zeit als etwas Wellen-artiges beschreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Zwar schimmert das Metall, das Sie f\u00fcr Ihre Skulpturen verwenden, in verschiedenen Farbwerten, insgesamt scheint Ihr Werk aber vor allem von der Form definiert. Vermissen Sie zuweilen die Ausdrucksm\u00f6glichkeiten der Farbe \u2013 oder ist es ein bewusster Verzicht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich denke oft \u00fcber den Einsatz von Farbe nach. Die Handlungsm\u00f6glichkeiten sind ja so unendlich gro\u00df, deshalb habe ich bewusst Spielregeln getroffen und meine \u00bbSpielwiese\u00ab eingeschr\u00e4nkt. Solange nicht alle M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft worden sind, mache ich entsprechend meiner Regel \u2013 keine Farbe au\u00dfer die des Materials einsetzen \u2013 weiter. Erst danach \u00e4ndere ich meine Regeln.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Sektion1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.4&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_padding=&#8220;3px|0px|2px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_2,1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Supe_Monika_exuvia-1-3_2014.jpg&#8220; title_text=&#8220;Exuvia 1\u20133 (2014)&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;2px||41px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ce1b18;\"><span style=\"font-size: small;\">Monika Sup\u00e9<\/span><br \/><span style=\"font-size: small;\">EXUVIA 1\u20133 (2014)<\/span><br \/><span style=\"font-size: x-small;\">(c) Monika Sup\u00e9<\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Teilnahme&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_margin=&#8220;||0px|||&#8220; custom_padding=&#8220;3px|0px|0px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;||3px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;||-2px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Die Werke scheinen, vielleicht gerade, weil man den langen zeitlichen Prozess der Herstellung sehen kann, als Ergebnis der Zeit enthoben. Sehen Sie die Kunst (oder Ihre Kunst) eher als Stimulans, oder als Einladung zur Entschleunigung? Wie viel Zeit braucht ein Betrachter, um sich mit einem Werk zu besch\u00e4ftigen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr mich pers\u00f6nlich erzwinge ich w\u00e4hrend des Schaffungsprozesses eine bewusste Entschleunigung. Diese ist oftmals schwer auszuhalten, wo wir doch alle von der Notwendigkeit einer Beschleunigung diverser Prozesse ausgehen. F\u00fcr den Betrachter mag sich das abzeichnen, die Intensit\u00e4t oder der zeitliche Umfang einer Auseinandersetzung steht ihm nat\u00fcrlich frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wie geht der ideale Betrachter mit einem Kunstwerk um? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Oftmals sehe ich Ausstellungsbesucher, die sich bei der Betrachtung in Bewegung setzen, vor und zur\u00fcck wippen und in gewisser Weise anfangen, mit sich und ihrer Wahrnehmung zu spielen. <br \/> Vor ihrem Auge verschieben sich dann die verschiedenen Schichten der durchsichtigen Strukturen. Diese Strukturen gleichen Schraffur-Schichten in Zeichnungen. Und hier schlie\u00dft sich der Kreis zu dem Begriff \u00bbPlastische Grafik\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sie arbeiten in vielen verschiedenen Kunstgattungen, unter anderen in der Skulptur, der Zeichnung, der Fotografie, dem Pr\u00e4gedruck und der Installation. Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Werk in einer neuen Gattung schaffen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich suche w\u00e4hrend der Entwicklung einer neuen Idee oder eines Projekts immer die bestm\u00f6gliche Form der Umsetzung, also die bestm\u00f6gliche Ausdrucksform. Allerdings entsteht auch manches im Experiment: Objekte, die zum Hineinschl\u00fcpfen animieren, werden auch getestet. Solche Tests wiederum lassen sich dokumentieren, so ist zum Beispiel die Idee zu einer Performance mit einer T\u00e4nzerin entstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Sie arbeiten nicht nur als K\u00fcnstlerin, sondern seit vielen Jahren auch als Dozentin\/Akademikerin und Architektin. Bereichert das Ihr Werk? Was kann die Kunst aus der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Arbeit lernen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die verschiedenen Facetten meiner Biografie haben mich immer gepr\u00e4gt und weiter gebracht. Aus einer Architektenfamilie kommend, habe ich schon als Kind viel gezeichnet, mein Studium hat mich notgedrungen auf das Thema Raum gesto\u00dfen und wahrscheinlich auch mein r\u00e4umliches Vorstellungsverm\u00f6gen beeinflusst. Meine T\u00e4tigkeit als Dozentin im Gestaltungsbereich hat mich aufmerksam werden lassen auf das Thema des visuellen Wahrnehmungstrainings \u2013 dem Thema meiner Dissertation. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung und daraus resultierende Erkenntnisse zur menschlichen Wahrnehmung hat sich wiederum ausgewirkt auf die Kunst.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Sektion1&#8243; _builder_version=&#8220;4.4.4&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_padding=&#8220;3px|0px|2px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Teilnahme&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; height=&#8220;100%&#8220; custom_padding=&#8220;0px|0px|94px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;1_3,1_3,1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/m_supe_europa_a.jpg&#8220; title_text=&#8220;Perfekt ausgeleuchtet&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;|-25px||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/m_supe_europa_b.jpg&#8220; title_text=&#8220;Unter anderer Beleuchtung&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;|-26px||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;-1px||41px||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span color=\"#ce1b18\" style=\"color: #ce1b18; font-size: small;\">Monika Sup\u00e9<br \/> ALLES EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE 4 (2015)<br \/> <\/span><span color=\"#ce1b18\" style=\"color: #ce1b18; font-size: small;\">(nach einem Stick von Ren\u00e9 Boyvin, nach Rosso Fiorentino)<br \/> Draht, MFD, Acryl, LED-Spot<br \/> 80 x 75 x 25 cm<br \/><span style=\"font-size: x-small;\">(c) Monika Sup\u00e9<\/span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>In mehreren Werken lassen Sie gro\u00dfe Gem\u00e4lde der Kunstgeschichte als Schatten entstehen \u2013 vorausgesetzt das Licht trifft in einem bestimmten Winkel auf das Relief. \u2013 Mit welchem Blick sollten wir in die Kunstgeschichte schauen? Wie sollten wir sie ausleuchten? Was k\u00f6nnen wir dort sehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder betrachtet alles aus seinem pers\u00f6nlichen Blickwinkel, auch wenn wir immer einer kulturellen und sonst wie gearteten Pr\u00e4gung unterliegen. Deshalb kann ich die Frage danach, was wir sehen, wenn wir in die Kunstgeschichte blicken, nur pers\u00f6nlich beantworten:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 16px;\">In den Arbeiten der Gruppe meiner Schattenzeichnungen habe ich bewusst Werke gro\u00dfer Meister verschiedener Epochen zitiert. Zum Beispiel in der Serie \u00bballes ist eine Frage der Perspektive\u00ab<\/span><span style=\"font-size: 16px;\">\u00a0Werke von Reni, Rembrandt, M\u00fcnzer, Boyvin und Fiorentino, die jeweils den Raub der Europa dargestellt haben, allerdings in ganz unterschiedlicher Weise. Mal erscheint Europa ver\u00e4ngstigt, mal gleicht der Stier eher einem harmlosen Kalb, mal beugt sich Europa nackt und lasziv \u00fcber einen potenten Stier. Dies war f\u00fcr mich die passende Antwort auf die Frage, welche Vision man heute zu Europa als Staaten\u00fcbergreifendes Konstrukt haben kann. Denn es wird wohl so viele Visionen wie Betrachter geben. Und dementsprechend verschwindet auch Renis, Rembrandts oder M\u00fcnzers Europa und wird zu etwas anderem, wenn der Beleuchtungswinkel ver\u00e4ndert oder das Licht ganz ausgeschaltet wird.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;Sektion Wei\u00df&#8220; module_id=&#8220;Teilnahme&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; background_color=&#8220;#ce1b18&#8243; height=&#8220;100%&#8220; custom_padding=&#8220;0px|0px|0px|0px||&#8220; saved_tabs=&#8220;all&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;Zeile&#8220; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; custom_padding=&#8220;27px|0px|49px|0px||&#8220; custom_width_px=&#8220;710px&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;3.25&#8243; background_position=&#8220;top_left&#8220; custom_padding=&#8220;|||&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_divider divider_weight=&#8220;3px&#8220; disabled_on=&#8220;off|off|off&#8220; admin_label=&#8220;Trenner&#8220; _builder_version=&#8220;4.4.4&#8243; background_color_gradient_direction=&#8220;90deg&#8220; width=&#8220;33px&#8220; max_width=&#8220;100px&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; height=&#8220;5px&#8220; custom_margin=&#8220;||20px|&#8220; custom_padding=&#8220;||8px||false|false&#8220; animation_style=&#8220;slide&#8220; animation_direction=&#8220;bottom&#8220; locked=&#8220;off&#8220;][\/et_pb_divider][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;||-1px||false|false&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ffffff; font-size: small;\">Interview von Andreas Pawlitschko<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_button button_url=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/&#8220; button_text=&#8220;Zur\u00fcck zur Startseite&#8220; _builder_version=&#8220;4.5.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_button=&#8220;on&#8220; button_text_size=&#8220;14px&#8220; button_text_color=&#8220;#ffffff&#8220;][\/et_pb_button][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Monika Sup\u00e9Thema des Wettbewerbs ist der menschliche K\u00f6rper. 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