{"id":2934,"date":"2022-05-02T15:33:46","date_gmt":"2022-05-02T13:33:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/?page_id=2934"},"modified":"2023-04-18T10:43:08","modified_gmt":"2023-04-18T08:43:08","slug":"p_barlach","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/en\/p_barlach\/","title":{"rendered":"p_Barlach"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#ffffff&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Barlachkreuz-ausg.png&#8220; title_text=&#8220;Kruzifix II, 1918&#8243; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;]<\/p>\n<h1>Ernst Barlach<\/h1>\n<p><strong>Kruzifix II<\/strong>, 1918<br \/>Gips, 120 x 110 x 20 cm<br \/>Leihgabe der Familie Barlach<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; custom_padding=&#8220;0px|||||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; header_3_text_color=&#8220;#000000&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220;]<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Kruzifix II<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Das \u00bbKruzifix II\u00ab von 1918 verbindet in einer vereinfachten Formensprache die leidvollen Erfahrungen von Barlachs Gegenwart mit der Tradition der Kreuzigungsdarstellung zu einem Werk des Trostes. Eine kurze kunstgeschichtliche Rekapitulation kann f\u00fcr die Betrachtung des Werks hilfreich sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dass der Darstellung des Gekreuzigten in der christlichen Kunst zentrale Bedeutung zukommt, ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, sondern eine historische Entwicklung. Das \u00e4lteste erhaltene Kruzifix stammt aus dem 9. Jahrhundert, aus der Antike ist dagegen keine Darstellung bekannt. F\u00fcr die Christen der Sp\u00e4tantike war nicht die Kreuzigung die bildw\u00fcrdige Besonderheit im Leben und Wirken Jesu, da so viele Menschen hingerichtet wurden, sondern die Auferstehung. Dies rufen auch die fr\u00fchen Darstellungen der Kreuzigung in Erinnerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Romanik (10.\u201412. Jahrhundert) wird Jesus als Gott am Kreuz gezeigt, der keinen Schmerz f\u00fchlt, sondern \u00fcber den Tod triumphiert. Jesus wird aufrecht und unbewegt gezeigt, tr\u00e4gt oft eine K\u00f6nigskrone statt einer Dornenkrone und breitet die Arme \u00fcber den Gl\u00e4ubigen aus. Die Beine sind parallel, Jesus wird mit vier N\u00e4geln gekreuzigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Gotik (12.\u201415. Jahrhundert) zeigt Jesus als Mensch am Kreuz. Er tr\u00e4gt die Dornenkrone und wird mit drei N\u00e4geln gekreuzigt. Da die F\u00fc\u00dfe \u00fcbereinanderliegen, kommt eine Drehung in Beine, H\u00fcfte und Taille, die oft \u00fcbersteigert wird: Der K\u00f6rper ist als Ausdruck gr\u00f6\u00dften Schmerzes zusammengesackt oder verdreht und au\u00dferdem sehr mager. Waren die Glieder in der Romanik vereinfacht, gerade und rund dargestellt worden, bekommen sie nun einen eckigen Ausdruck, da sich durch ihre Magerkeit die verrenkten Knochen abzeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Barlach verbindet in seinem \u00bbKruzifix II\u00ab Elemente der romanischen und der gotischen Darstellung: Als R\u00fcckgriff auf die gotischen Elemente kann die Form der Glieder gelten, der Leib ist mager und sieht geschunden aus; Jesus wird mit drei N\u00e4geln gekreuzigt und der untere Teil des K\u00f6rpers ist gedreht. Als Gegensatz lassen sich die aufrechte Haltung des Oberk\u00f6rpers, der gerade Blick und die Krone, die mehr an eine K\u00f6nigskrone als an eine Dornenkrone erinnert, als Ankn\u00fcpfung an die romanische Darstellungswiese interpretieren: Jesus blick der Auferstehung entgegen, anstatt vom Leiden gebrochen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So wird das Werk in der Zeit des ersten Weltkrieges zu einem tr\u00f6stenden: Auch wenn das Leid des Menschen gro\u00df ist, bleibt seine Hoffnung auf die \u00dcberwindung des Todes.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; header_3_text_color=&#8220;#000000&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220;]<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Ernst Barlach<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ernst Barlach (1870\u20141938) z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Bildhauern des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts. Nach einem Studium an der Dresdner Kunstakademie arbeitete er als Autor und Bildhauer und entwickelte eine ausdrucksstarke plastische Formsprache, mit der er sich in seinen Werken existenziellen Themen stellte. Das \u00bbKruzifix II\u00ab entstand 1918 als Auftragsarbeit f\u00fcr einen Soldatenfriedhof. Die Gipsskulptur sollte als Positiv f\u00fcr einen Bronzeguss dienen, den Auftrag hatte Barlach im M\u00e4rz 1918, also acht Monate vor Kriegsende erhalten, doch schlie\u00dflich wurde das Denkmal nicht verwirklicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1931 aber wurde ein Bronzeguss des Kreuzes in der Marburger Elisabethkirche aufgestellt, wo er auch heute steht, obwohl die Nationalsozialisten Barlach als entartet verfemt hatten und das Werk hatten einschmelzen wollen. Vier weitere Abg\u00fcsse sind in Kirchen in G\u00fcstrow (G\u00fcstrower Dom), L\u00fcbeck (St.-Georg-Kirche), Bremen (St.-Remberti-Kirche) und K\u00f6ln (Antoniterkirche) aufgestellt. In Unterammergau ist das gipserne Urbild des Kruzifixes an der R\u00fcckseite des Kirchenraums unter der Orgel angebracht.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#fe7d4d&#8220; custom_margin=&#8220;|auto|42px|auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; custom_margin=&#8220;|20px|1px|20px|false|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>HERR, bei dir habe ich mich geborgen. \/ Lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit; rette mich in deiner Gerechtigkeit! \/\u00a0Neige dein Ohr mir zu, erl\u00f6se mich eilends! Sei mir ein sch\u00fctzender Fels, \/ ein festes Haus, mich zu retten! \/ Denn du bist mein Fels und meine Festung; um deines Namens willen wirst du mich f\u00fchren und leiten. \/\u00a0Du wirst mich befreien \/ aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht. \/\u00a0In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist; du hast mich erl\u00f6st, HERR, du Gott der Treue. (Psalm 31,2\u20136\u00a0)<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/IMG_20201209_161222_906.jpg&#8220; title_text=&#8220;St. Nikolaus&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font=&#8220;Open Sans||on||||||&#8220; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das heutige Kirchengeb\u00e4ude wurde ab 1709 errichtet, der Turm 1688. Ein Vorg\u00e4ngerbau datiert auf das 12. Jahrhundert. Die Kirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht, der auf dem linken Altarbild dargestellt ist. Der Hochaltar zeigt dagegen Marias Aufnahme in den Himmel und stammt, wie die meisten Elemente der Ausgestaltung des Innenraums aus dem 18. Jahrhundert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#ce1b18&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Passion-im-Tal-Key-Visiual-Quadrat.png&#8220; title_text=&#8220;Zur\u00fcck zum Skulpturenweg&#8220; url=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/passion-im-tal\/&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;30%&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ernst Barlach Kruzifix II, 1918Gips, 120 x 110 x 20 cmLeihgabe der Familie BarlachKruzifix II Das \u00bbKruzifix II\u00ab von 1918 verbindet in einer vereinfachten Formensprache die leidvollen Erfahrungen von Barlachs Gegenwart mit der Tradition der Kreuzigungsdarstellung zu einem Werk des Trostes. 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