{"id":2946,"date":"2022-05-02T15:39:22","date_gmt":"2022-05-02T13:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/?page_id=2946"},"modified":"2023-04-18T11:25:51","modified_gmt":"2023-04-18T09:25:51","slug":"p_wank","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/en\/p_wank\/","title":{"rendered":"p_Wank"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; custom_padding=&#8220;||2px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Bruno-Wank.png&#8220; title_text=&#8220;from a mountain&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;||-1px||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; header_text_color=&#8220;#666666&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<h1><span>Bruno Wank,<\/span><\/h1>\n<p><span><strong>from a mountain<\/strong>, 2016<br \/> Bronze, 210 x 66 x 57 cm<br \/> Leihgabe des K\u00fcnstlers<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; background_enable_color=&#8220;off&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_3_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_3_line_height=&#8220;3em&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<h3>The artwork<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00bbfrom a mountain\u00ab nimmt Bruno Wank die Form seiner Bronzefigur, von der H\u00f6fats, einem Berg von 2259 m H\u00f6he in der N\u00e4he von Oberstdorf im Allg\u00e4u. Der Gipfel des Berges ist in vier Spitzen geteilt, die ann\u00e4hernd gleich hoch sind und einen langen Grat \u00fcberragen. Da die H\u00e4nge der H\u00f6fats steil abfallen, erinnert der Berg an die Form einer gotischen Kathedrale als Langbau mit Zweiturmfassade. Der K\u00fcnstler verst\u00e4rkt den Eindruck, indem er die Form des Berges in der H\u00f6he um das Vierzehnfache streckt und au\u00dferdem an jeder Seite einen Schnitt anbringt, sodass eine rechteckige Grundfl\u00e4che entsteht. An der Spitze ist die sonst patinierte Bronze des Werkes blankpoliert, als leuchtete der Berg im Sonnenuntergang.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00bbfrom a mountain\u00ab ist Teil einer gro\u00dfangelegten Werkserie, die der K\u00fcnstler 2016 entstehen lie\u00df. Dazu geh\u00f6ren kleinere Formate mit einer H\u00f6he von 90 cm, die in verschiedenen Farben, die der K\u00fcnstler beim Guss der Bronze erzeugt, schillern, und das Modell einer begehbaren 22,56 m gro\u00dfen Kathedrale nach dem Vorbild der H\u00f6fats.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Verschr\u00e4nkung nat\u00fcrlicher und k\u00fcnstlicher Formen im Kunstwerk gibt Anlass zu grunds\u00e4tzlichen Betrachtungen \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Natur und Kunst und ihren gemeinsamen Bezug zum H\u00f6chsten, zu Gott, zur Wahrheit, zur Idee, ein Themenkomplex, der so alt ist wie die Philosophie. Drei Aspekte seien exemplarisch herausgehoben:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(1) Die Formensprache der Gotik wird durch Neuerungen der Bautechnik erm\u00f6glicht und limitiert. Spitzbogen und Strebepfeiler erlauben in einem komplizierten statischen Gesamtentwurf hohe, lichtdurchflutete R\u00e4ume, deren \u00c4sthetik eine religi\u00f6se Deutung \u2013 die bedeutendsten Geb\u00e4ude der Gotik sind Kathedralen \u2013 nahelegt. Versteht man den romanischen Sakralbau mit seinen dicken Mauern und schweren Gew\u00f6lben als Trutzburg des Glaubens in unsicheren Zeiten, erlaubt die Bautechnik der Gotik, die strahlende Herrlichkeit des Glaubens in den lichten Kathedralen wiederzuerkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bruno Wank unterstreich in seiner Werkserie \u00bbfrom a mountain\u00ab konzeptuell den technischen Aspekt: Die Naturform des Berges, die er als topografische Daten von der entsprechenden Vermessungsbeh\u00f6rde gekauft hat, wird digital um das Vierzehnfache gel\u00e4ngt. F\u00e4higkeit, Fertigkeit bestimmte als zentrales Unterscheidungsmerkmal lange das Verh\u00e4ltnis von Natur und Kunst. Dass das Wort \u00bbKunst\u00ab von \u00bbk\u00f6nnen\u00ab komme, ist etymologisch korrekt; das griechische Wort f\u00fcr Kunst, \u00bb\u03c4\u03ad\u03c7\u03bd\u03b7\u00ab, hat sich im deutschen Wort \u00bbTechnik\u00ab erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(2) Entgegen der Betonung der Kunstfertigkeit erf\u00e4hrt auch die Natur in verschiedenen Str\u00f6mungen der Kunst- und Philosophiegeschichte eine Aufwertung. Die Natur gilt dann als Lehrmeisterin der wahren, \u00bbunverk\u00fcnstelten\u00ab Kunst, deren vollendete Proportionen gleich einem Naturgesetz entdeckt, nicht erfunden werden. Die Natur kann als vollendete Sch\u00f6pfung und damit als das gr\u00f6\u00dfte Werk verstanden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr die Kunsttheoretiker der Renaissance und des Klassizismus, die einer positiven Bewertung der Natur im Kunstwerk zugeneigt sind, galt die Gotik allerdings als verk\u00fcnstelter Irrweg. Vasari, der im 16. Jahrhundert den Namen pr\u00e4gt, benennt die Gotik als \u00bbgotico\u00ab, \u203afremdartig\u2039 nach dem Stamm der Goten. Das englische Wort \u00bbgothic\u00ab enth\u00e4lt die Bedeutungsfacetten des Grotesken, Fantastischen und Schauerlichen. Das Bed\u00fcrfnis nach gemessener Harmonie wurde nicht nur vom gotischen Stil irritiert, sondern auch vom Gebirge. Die Alpen erregten noch bis ins fr\u00fche 19. Jahrhundert als w\u00fcste, ma\u00dflose Gegend Abscheu. Als sch\u00f6n galten dagegen die Kulturlandschaften der Campagna, Arkadiens und die Ordnung barocker G\u00e4rten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Erst der Romantik gelingt es im 19. Jahrhundert, die unb\u00e4ndige Natur k\u00fcnstlerisch produktiv zu machen und das Gebirge positiv zu besetzen. Mit dem Begriff des Erhabenen wird das \u00dcbergro\u00dfe, Wilde und Majest\u00e4tische der Natur einer \u00e4stheisch-erbaulichen Betrachtung zug\u00e4nglich. Die nationalen Str\u00f6mungen der deutschen Romantik reklamieren die Gotik als deutschen Stil und verkn\u00fcpfen schlie\u00dflich die Wirkung der gotischen Kathedralen mit einem Natureindruck: Die hohen S\u00e4ulen und die weitver\u00e4stelten Rippengew\u00f6lbe sollen die feierliche Pracht des deutschen Waldes nachahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">(3) F\u00fcr den Glauben war das Gebirge jeher ein bedeutender Ort. Der Berg kann in der Bibel Ort der Offenbarung, des Opfers und der Verkl\u00e4rung sein; das Christentum sch\u00e4tzt die Ein\u00f6de des Gebirges als Ort des m\u00f6nchischen R\u00fcckzugs von der Welt. Die vielen Gipfelkreuze in den Alpen scheinen heute aber weniger als Glaubenszeugnis, oder als symbolische Weihe der Gebirgseinsamkeit, denn als blo\u00dfer Zielpunkt sportlicher Herausforderung. Die Alpen haben den wilden Schrecken verloren, nicht so sehr von Kreuzen als von Skiliften geb\u00e4ndigt; ma\u00dflos ist allenfalls der Tourismus, indes die Gegenbewegungen, die f\u00fcr nachhaltige, also harmonische, Nutzung der Bergwelt oder die Wildheit des Naturschutzes eintreten, unbewusst die \u00e4sthetischen Konzepte und Intuitionen der Kunst- und Philosophiegeschichte wieder aufleben lassen. Vor der Touristeninformation am Unterammergauer Rathaus ist Bruno Wanks \u00bbfrom a mountain\u00ab bestimmt nicht fehl am Platz.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; background_color=&#8220;#fe7d4d&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; custom_margin=&#8220;||1px||false|false&#8220; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220;]<\/p>\n<p>Der Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr \u00fcber Himmel und Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand gemacht sind.\u00a0Er l\u00e4sst sich auch nicht von Menschenh\u00e4nden dienen, als ob er etwas brauche, er, der allen das Leben, den Atem und alles gibt.\u00a0Er hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat f\u00fcr sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt.\u00a0Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden k\u00f6nnten; denn keinem von uns ist er fern.\u00a0Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir; wie auch einige von euren Dichtern gesagt haben: Wir sind von seinem Geschlecht.\u00a0Da wir also von Gottes Geschlecht sind, d\u00fcrfen wir nicht meinen, das G\u00f6ttliche sei wie ein goldenes oder silbernes oder steinernes Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung <br \/>(Apostelgeschichte, 17,24\u201329)<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220; custom_margin=&#8220;41px|auto||auto||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;||0px||false|false&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span>Bruno Wank ist Bildhauer und Konzeptk\u00fcnstler. Er wurde 1961 in Marktoberdorf geboren. Nach einem Studium an der TU M\u00fcnchen und an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste wurde er Meistersch\u00fcler von Olaf Metzel. Seit 1993 ist er Leiter der Studienwerkst\u00e4tte f\u00fcr Bronzeguss an der Akademie in M\u00fcnchen.<\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#666666&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Passion-im-Tal-Key-Visiual-Quadrat.png&#8220; title_text=&#8220;Zum Skulpturenweg&#8220; url=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/passion-im-tal\/&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;30%&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bruno Wank from a mountain, 2016 Bronze, 210 x 66 x 57 cm Leihgabe des K\u00fcnstlers &nbsp; Das Werk \u00bbfrom a mountain\u00ab nimmt Bruno Wank die Form seiner Bronzefigur, von der H\u00f6fats, einem Berg von 2259 m H\u00f6he in der N\u00e4he von Oberstdorf im Allg\u00e4u. 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