{"id":3032,"date":"2022-05-02T15:38:43","date_gmt":"2022-05-02T13:38:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/?page_id=3032"},"modified":"2023-04-18T10:53:14","modified_gmt":"2023-04-18T08:53:14","slug":"p_flesche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/en\/p_flesche\/","title":{"rendered":"p_Flesche"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#ffffff&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Flesche.png&#8220; title_text=&#8220;Kippende Kuben&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220;]<\/p>\n<h1>Felix Flesche<\/h1>\n<p><strong>Kippende Kuben<\/strong>, 2019<br \/> Leihgabe des K\u00fcnstlers<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;||82px|||&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;|auto|1px|auto||&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_3_text_color=&#8220;#000000&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">The artwork<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Im ersten Kapitel der wegweisenden, kolossal erfolgreichen Kunstgeschichtseinf\u00fchrung \u00bbDie Geschichte der Kunst\u00ab von 1950 stellt Ernst Gombrich die Sehgewohnheiten seiner jungen Leserschaft mit einem Experiment auf die Probe. Mit einem Kreis, zwei Strichen f\u00fcr Nase und Mund und zwei Augen-Punkten wird ein Gesicht gezeichnet, das dann variiert werden soll: \u00bb<em>Geben wir ihm Kreuze anstatt der Punkte f\u00fcr die Augen oder irgendwelche andere Formen, die nicht die geringste \u00c4hnlichkeit mit wirklichen Augen haben. Versuchen wir einen Kreis als Nase und Spirale als Mund. All das wird wenig ausmachen, solange wir die Beziehungen dieser Teile zueinander nicht zu sehr ver\u00e4ndern.<\/em>\u00ab (Ernst Gombrich: Die Geschichte der Kunst, Kleine Ausgabe 2016, S. 43f)<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Experiment ist heute, 70 Jahre sp\u00e4ter, immer noch eine lohnende \u00dcbung, wenngleich man annehmen darf, dass wir von unserer F\u00e4higkeit, Schemen zu erkennen und zu interpretieren, etwas weniger \u00fcberrascht sein k\u00f6nnten. Wir haben mitunter hunderte Emoticons interpretiert \u2013 &#8220;\\\/(o_O)\\\/\u201c \u2013 und seit 1950 mehrere Jahrzehnte Strukturalismus hinter uns gebracht, der die Erfahrung des Kritzelexperiments, dass die gesamte Beziehung der Teile zueinander entscheidend ist, nicht das einzelne Zeichen, auf alle Bereiche von Kultur anzuwenden versucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Vor diesem Hintergrund ist verst\u00e4ndlich, dass sich die \u00bbKippenden Kuben\u00ab von Felix Flesche auf dem Skulpturenweg schon auf den ersten Blick als Teil eines Schemas interpretieren lassen: Die beiden Stahlskulpturen sind so vor einem Wegkreuz positioniert, dass die \u00bbKippenden Kuben\u00ab als Menschen erscheinen und die drei Objekte als Kreuzigungsgruppe, also als Heiland mit Maria und Johannes zu beiden Seiten des Kreuzes. Die Kreuzigungsgruppe ist als Topos so tradiert, dass sie die kunstgeschichtlich ge\u00fcbte Betrachterin oder der gl\u00e4ubige Betrachter beinah ebenso leicht erkennen k\u00f6nnen wie ein Strichgesicht, doch ersch\u00f6pft diese \u00dcbung keineswegs die Bedeutung des Werkes.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; column_structure=&#8220;1_2,1_2&#8243;][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;1_2&#8243;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Flesche.jpg&#8220; title_text=&#8220;Positionierung am Wegkreuz&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;100%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; type=&#8220;1_2&#8243;][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Fleshe-B.jpg&#8220; title_text=&#8220;Platz am Bahn\u00fcbergang&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;100%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;|auto|41px|auto||&#8220; custom_padding=&#8220;||1px|||&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|phone&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr den Strukturalismus\u00a0<span>n\u00e4mlich ist die besondere Gestalt eines einzelnen Zeichens nicht entscheidend, es k\u00f6nnte prinzipiell ebenso gut ein anderes sein. F\u00fcr den Menschen aber ist Ersetzbarkeit in den bedeutendsten Aspekten seines Lebens eine verst\u00f6rende Anma\u00dfung. Die Kreuzigungsgruppe geht auf eine Stelle des Johannesevangeliums zur\u00fcck, in der Jesus seine Mutter Maria und Johannes, den J\u00fcnger, \u00bbden er liebte\u00ab, der gegenseitigen F\u00fcrsorge anvertraut. So allgemeinverst\u00e4ndlich die Beziehung zwischen Mutter und Sohn, zwischen Meister und J\u00fcnger auch sein mag, so verst\u00f6rend w\u00e4re doch zu meinen, wen man liebe oder wen man zur Mutter habe, sei prinzipiell austauschbar. Gegen eine Ersetzbarkeit wehrt sich auch das Kunstwerk, dessen k\u00fcnstlerischer Wert darin besteht, dass es nicht ebenso gut eine andere Gr\u00f6\u00dfe oder eine andere Farbe haben k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr Felix Flesche sind sowohl die exakte Gestaltung in Komposition, Materialit\u00e4t und Aufstellung als auch die Interaktion des Werkes und des Betrachters und der Betrachterin, die angesprochen und bewegt werden, von entscheidender Bedeutung. In der Betrachtung werden die Skulpturen verlebendigt und Beziehungen zwischen dem eigenen Standpunkt, den Skulpturen und der Umgebung gekn\u00fcpft, wobei keiner der Bezugspunkte ersetzbar ist. Die \u00e4sthetische Qualit\u00e4t der Werke in ihrer ganz bestimmten Gestalt erweist dar\u00fcber hinaus den Eigenwert der Skulpturen, die in verschiedene Kontexte eintreten k\u00f6nnen, ohne sich in einer Funktion zu ersch\u00f6pfen. An dem bewegten Aufstellungsstandort am Unterammergauer Bahn\u00fcbergang verb\u00fcrgen die \u00bbKippenden Kuben\u00ab eine eindr\u00fcckliche Selbstgen\u00fcgsamkeit.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; background_color=&#8220;#fe7d4d&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; custom_margin=&#8220;|20px|1px|20px|false|true&#8220; custom_padding=&#8220;||0px|||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; text_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; text_font_size_phone=&#8220;&#8220; text_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; header_5_font_size_tablet=&#8220;14px&#8220; header_5_font_size_phone=&#8220;&#8220; header_5_font_size_last_edited=&#8220;on|tablet&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den J\u00fcnger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem J\u00fcnger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der J\u00fcnger zu sich. (Johannes, 19,26f)<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#666666&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; text_text_color=&#8220;#ffffff&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Nach dem Ende des Skulpturenweges wurden die \u00bbKippenden Kuben\u00ab im Skulpturengarten der Kunsthalle aufgestellt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Passion-im-Tal-Key-Visiual-Quadrat.png&#8220; title_text=&#8220;Zum Skulpturengarten&#8220; url=&#8220;https:\/\/www.mse-kunsthalle.de\/passion-im-tal\/&#8220; align=&#8220;center&#8220; _builder_version=&#8220;4.7.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;30%&#8220;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Felix Flesche Kippende Kuben, 2019 Leihgabe des K\u00fcnstlersDas Werk Im ersten Kapitel der wegweisenden, kolossal erfolgreichen Kunstgeschichtseinf\u00fchrung \u00bbDie Geschichte der Kunst\u00ab von 1950 stellt Ernst Gombrich die Sehgewohnheiten seiner jungen Leserschaft mit einem Experiment auf die Probe. 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