fbpx

SAMMLUNG

Diese Seite stellt einzelne Werke der Sammlung vor, die derzeit nicht in der mSE Kunsthalle gezeigt werden, und gelegentlich das Feature eines Zeitgenossen (m/w/d), der uns Eindruck macht. 
Für mehr Informationen zu den Künstlern und Künstlerinnen kontaktieren Sie bitte

info@mse-kunsthalle.de.

canal grande, venice (1992)

Hans-Joachim Ellerbrock, Digitalfotografie, 76 x 120 cm

Venedig ist mindestens so alt wie die Vedutenmalerei. Ellerbrock, in der Straßenfotografie erprobt, brennt die Motive einer totgeknipsten (Marlene Dietrich) Stadt ohne Verrenkung ins Negativ. Seine Venedig-Serie zeigt Kunst als Wiederholung und als Wiederholung eines beiläufigen Augenblicks in kristallinem Schwarz-Weiß.

Untitled (2012)

Hermann Nitsch, Mixed Media, 200 x 300 cm

Das Schüttbild mit kreatürlich-klerikalem Arom entstand bei einer Performance in Rovereto, der Nitsch, als alter Nigromant des Wiener Aktionismus, selbst vorstand — ein kleines Stück Kunstgeschichte, dessen Ergebnis durchs Format besticht. Die Farbe des Blutes kommt eigentlich nie aus der Mode; sie flasht in allen Epochen und wahrscheinlich so lange noch, wie es in den Menschen drin ist.

Nebula-pwg (2011)

Mee Ai Om , Öl auf Leinwand, 150 x 150 x 5 cm

Das Werk entsteht mit unergründlicher Geduld in sorgfältig geschichteten Lasuren, die hinterm metallenen Look eine räumliche Tiefe für den titelgebenden Nebel öffnen. In der Abstraktion strebt die koranische Künstlerin, die Wirklichkeit der Innenwelt zu spiegeln, clean, tief, träumerisch und aufgeräumt. Der Ausdruck des Kunstwerks reagiert sensibel auf die Beleuchtung und — metaphorisch — auf die Emotion des Betrachters. Eine ausgiebige Kontemplation gehört zum Werk.

THE dog from POMPEII (1991)

Allan McCollum, Stein und FIeberglas, 53 x 53 x 53 cm

In einem grässlichen Augenblick wurde vor 1.950 Jahren ein kleiner Hund von der Asche des Vesuv dem Lauf der Welt entzogen. McCullums Serie vervielfältigt das Tier in Stein und Fiberglas. Die Serie ist ein bestimmendes Moment im Werk des amerikanischen Künstlers. Auswahl, Vervielfältigung und Variation bilden das Prinzip, nachdem nicht nur ein Künstler schafft, sondern mit dem auch Kunstgeschichte geschrieben wird, oder — über die Zeitalter hinweg — das Genom.

Defending a long-lasting love, Vicenza

Mauro Fiorese, Fotografie, 80 x 80 cm

Die Serie >>Mindmap of Love<< sammelt Spielarten der Liebe an verschiedenen Orten der Welt, zeigt Menschen in großen Posen oder zartem Ennui und folgt dem Herzen auf den Bahnen und Pfaden, die es eben zu beschreitet liebt. Die wehrhafte Liebe schwankt in Fioreses Fotografie zwischen Fund und Inszenierung, zwischen Kitsch und Komposition, indes das Paar im scheckigen Muster verschmilzt. — Wichtig ist nur, dass man zusammen in dieselbe Richtung schaut.   

Way of the hare 2 (2006)

Beth Moon, Platin-Palladium-Print, 70 x 60 cm

In der Serie >>Thy Kingdom Come<< untersucht Moon, die für ihre Fotografien der ältesten Bäume der Welt berühmt geworden ist, ohne Berührungsängste Riten, die den Menschen und die Natur zusammenführen. Die Aufnahmen betonen ihre kunstfertige Inszenierung und entfalten gleichwohl eine eindringliche Kraft. Die Lichtführung lässt hier eine der schönsten Landschaftsaufnahmen aus der Fläche des Platin-Abzugs treten. 

Headerbild: Valentina Zamboni, Treasure Rooms of the Belvedere — Vienna 2017 (Detail)